Jurastudium & Verlauf

Bei Fragen zum Studium und zu den Prüfungen wenden Sie sich an das Prüfungsamt der Fakultät:

Buchstaben A - K: Susanne Reck, sreck@law.uni-kiel.de, Tel. 0431/880-7253
Buchstaben L - Z: Dörte Brogmus, dbrogmus@law.uni-kiel.de, Tel. 0431/880-7250


Für die juristische Ausbildung an der Hochschule ist eine Regelstudienzeit von zehn Semestern vorgesehen. Das Studium an der Hochschule gliedert sich in Grundstudium und Hauptstudium. Nach Ablegung der ersten staatlichen Pflichtfachprüfung (sog. "erstes Staatsexamen") folgt das Referendariat, an welches sich die zweite staatliche Pflichtfachprüfung (sog. "zweites Staatsexamen") anschließt. Erst mit Abschluss der zweiten Pflichtfachprüfung sind Sie Volljurist:in. Die rechtlichen Rahmenbedingungen der juristischen Ausbildung sind in der Studienordnung sowie in der Juristenausbildungsverordnung (JAVO) festgelegt.

Hinweis: Die folgenden Ausführungen orientieren sich am Studienplan der Fakultät. Sofern Sie die Fristen für die Prüfungsleistungen einhalten, können Sie hiervon jedoch abweichen.

 

GRUNDSTUDIUM


Das Grundstudium umfasst in der Regel die ersten vier Semester des Jurastudiums. Sie erhalten einen Überblick über die wichtigsten Rechtsgebiete und erlernen die grundlegenden juristischen Fähigkeiten. 

Dies erfolgt zum Großteil durch sog. Vorlesungen, in denen die Professor:innen die Grundlagen des Rechts erläutern, Hintergründe sowie Systematiken erklären und zeigen, wie man Gesetze auf reale Fälle anwendet. Welche Vorlesungen für welches Fachsemester vorgesehen sind, können Sie dem Studienplan der Fakultät entnehmen. Zu welchen Uhrzeiten und von wem die Vorlesungen im Wintersemester 2020/2021 angeboten werden, können Sie dem UnivIS entnehmen.

Innerhalb dieser vier Semester sind folgende Leistungsnachweise vorgesehen, die Sie benötigen, um mit dem Hauptstudium fortfahren oder sich für die staatliche Pflichtfachprüfung anmelden zu können:
 

Zwischenprüfung


Die Zwischenprüfung (ZP) setzt sich aus den sog. Zwischenprüfungsklausuren (ZP-Klausuren) zusammen, die immer am Ende des Semesters angeboten werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in der Zwischenprüfungsordnung geregelt.

Das Bestehen der ZP ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Übungen für Fortgeschrittene sowie für die Anmeldungen zum Schwerpunktbereichsstudium und zur staatlichen Pflichtfachprüfung. Um die ZP zu bestehen, müssen innerhalb der ersten vier Semester 

  • drei Klausuren aus dem Zivilrecht

  • eine Klausur aus dem Strafrecht sowie 

  • zwei Klausuren aus dem öffentlichen Recht 

mit vier oder mehr Punkten bewertet werden. Insgesamt werden zehn ZP-Klausuren angeboten, von denen sechs bestanden werden müssen. 

Im ersten Semester ist nur eine Zwischenprüfungsklausur im Bürgerlichen Recht Allgemeiner Teil (BGB AT) vorgesehen. Welche Klausuren darüber hinaus angeboten werden, können Sie dem Studienplan der Fakultät entnehmen.

Jede ZP-Klausur darf innerhalb der Zwischenprüfungsfrist von vier Semestern einmal wiederholt werden. Beachten Sie dabei, dass die ZP-Klausuren nur alle zwei Semester (also jährlich) und nicht jedes Semester angeboten werden.

Vor Ihrer ersten ZP-Klausur müssen Sie sich beim Prüfungsamt der Fakultät anmelden und sich einen sog. Zwischenprüfungsausweis ausstellen lassen. Zudem sollten Sie sich zu den jeweiligen ZP-Klausuren vorab im CAU-Portal anmelden. Wie genau Sie sich dort anmelden können, erfahren Sie in diesem Video oder im PDF-Leitfaden zur Online Lehre.

Mehr Informationen zur ZP, insb. zu den Terminen der Klausuren, der Anmeldung, den erlaubten Hilfsmitteln usw. erhalten Sie hier.
 

Pflichtarbeitsgemeinschaften


Zu einigen Vorlesungen werden begleitende Arbeitsgemeinschaften (AGen) angeboten. In den AGen wird der Vorlesungsinhalt parallel zur Vorlesung in kleineren Gruppen von etwa 25 Personen vertieft. Im Mittelpunkt stehen Falllösungstechniken und das Einüben des Gutachtenstils.

Es gibt drei Pflicht-AGen, deren Teilnahmescheine Sie für die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung benötigen:

  • Bürgerliches Recht, Allgemeiner Teil (BGB AT) – 1. Semester

  • Strafrecht, Allgemeiner Teil (StrafR AT) – 1. Semester

  • Staatsrecht II (Grundrechte) – 2. Semester

Um an den AGen teilnehmen zu können, müssen Sie sich vorab im CAU-Portal anmelden. Für die AGen im Wintersemester 2020/2021 muss dies zwischen dem 26. Oktober und 6. November 2020 erfolgen. Wie genau Sie sich dort anmelden können, erfahren Sie in diesem Video oder im PDF-Leitfaden zur Online Lehre

Mehr Informationen zur Anmeldung erhalten Sie hier.
 

Grundlagenschein


Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Pflichtfachprüfung ist in Schleswig-Holstein ein Grundlagenschein. In anderen Bundesländern sind zum Teil zwei Grundlagenscheine erforderlich. Sollten Sie die Hochschule wechseln wollen, informieren Sie sich daher rechtzeitig über die dortigen Voraussetzungen und Anerkennungsmöglichkeiten.

Die Fakultät bietet derzeit folgende Grundlagenfächer an:

  • Rechtsgeschichte (1. Semester)

  • Rechtsphilosophie (1. Semester)

  • Römisches Recht (1. Semester)

  • Kriminologie (1. Semester)

  • Allgemeine Staatslehre (1. Semester)

  • Verfassungsgeschichte der Neuzeit (3. Semester)

  • Juristische Methodenlehre (3. Semester)

Zu jedem Grundlagenfach wird eine Vorlesung und eine Klausur angeboten. Den Grundlagenschein erhält man nach bestandener Klausur. Für diese Klausur ist keine Anmeldung erforderlich; nehmen Sie einfach teil.
 

Übungen für Anfänger:innen ("kleine Übungen")


Die sog. Übungen bestehen aus Hausarbeiten in der vorlesungsfreien Zeit und Klausuren sowie einer begleitenden Vorlesungen innerhalb der Vorlesungszeit. 

Zu jeder Übung werden zwei Hausarbeiten angeboten: Eine Vorlaufhausarbeit in der vorlesungsfreien Zeit vor dem Semester, in dem die Vorlesung zur Übung stattfindet und eine Nachlaufhausarbeit in der vorlesungsfreien Zeit danach. In der Vorlesungszeit finden die Vorlesungen zu den Übungen statt, in denen die wichtigsten Themen des Rechtsgebiets wiederholt werden. Im Rahmen dieser Vorlesung werden die Klausuren geschrieben. Pro Übung werden drei Klausuren im Abstand von ca. einem Monat angeboten.

Die kleinen Übungen im Zivilrecht und im Strafrecht werden immer zum Sommersemester angeboten (also erstmals im 2. Semester), die kleine Übung im öffentlichen Recht immer zum Wintersemester (erstmals im 3. Semester).

Um an den Übungen für Fortgeschrittene teilnehmen zu können, müssen zwei kleine Übungen aus verschiedenen Rechtsgebieten bestanden werden. Eine Übung ist bestanden, wenn sowohl eine Klausur als auch eine Hausarbeit mit min. vier Punkten bewertet wurden. 

Mehr zur den Übungen erfahren Sie hier.
 

Schlüsselqualifikationskurs (SQ)


Im dritten und vierten Fachsemester werden die Kurse zur Vermittlung von juristischen Schlüsselqualifikationen (SQ-Kurse) angeboten. Diese finden in der Regel an fünf Terminen freitags und samstags statt. 

Die Kurse werden wie AGen im CAU-Portal gewählt und werden dann an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden abgehalten. Der Anmeldeprozess wird in diesem Video oder im PDF-Leitfaden zur Online Lehre erklärt. Welche Kurse genau angeboten werden, variiert von Semester zu Semester.

Die Teilnahme an bestimmten praxisnahen Veranstaltungen der Fakultät (z.B. Moot Court, Law Clinic) kann einen SQ-Kurs ersetzen. Lassen Sie sich für den Nachweis dieser Teilnahme einen entsprechenden Schlüsselqualifikationsschein im Dekanat ausstellen.

Mehr Informationen zu den SQ-Kursen erhalten Sie hier.
 

Fachliche Fremdsprachenausbildung (FFA)


Die Kurse zur fachlichen Fremdsprachenausbildung (FFA) finden ein Semester lang einmal wöchentlich statt und dienen der Erlernung juristischer Ausdrucksweisen in einer Fremdsprache. Zeitlich sind sie ebenfalls im dritten und vierten Fachsemester angesiedelt. Zur Teilnahme ist eine Anmeldung im CAU-Portal erforderlich. Der Anmeldeprozess wird in diesem Video im PDF-Leitfaden zur Online Lehre erklärt.

Belegt man einen SQ-Kurs im dritten Semester, so sollte man den FFA-Kurs im vierten Semester belegen – und umgekehrt. Aus organisatorischen Gründen wird man pro Semester in der Regel in nur einen der Kurse - entweder FFA oder SQ - eingeteilt. Welche FFA-Kurse angeboten werden, variiert ebenfalls von Semester zu Semester, wobei Englisch jedes Semester angeboten wird.

Mehr Informationen zum FFA-Programm und den angebotenen Kursen erhalten Sie hier.
 

HAUPTSTUDIUM


Das Grundstudium ist Voraussetzung, um mit dem Hauptstudium beginnen zu können. Das Hauptstudium ist vom 5. bis 7. bzw. 8. Fachsemester vorgesehen. In diesem Zeitraum sind die Übungen für Fortgeschrittene, die Examensvorbereitung und ggf. das Schwerpunktbereichsstudium vorgesehen.

Sie können sich aussuchen, ob Sie zunächst die staatliche Pflichtfachprüfung oder erst das Schwerpunktbereichsstudium absolvieren möchten. Wenn Sie die staatliche Pflichtfachprüfung vorziehen, sollten Sie jedoch beachten, dass dies im Regelfall mit einer Überschreitung der Regelstudienzeit einhergeht.
 

Übungen für Fortgeschrittene ("große Übungen")


Die Übungen für Fortgeschrittene sind genauso aufgebaut wie die Übungen für Anfänger:innen und bestehen entsprechend aus Hausarbeiten und Klausuren. In jeder Fachsäule (Bürgerliches Recht, Strafrecht, öffentliches Recht) wird eine Übung angeboten. Im Vergleich zu den “kleinen Übungen” sind die Hausarbeiten hier länger und die Sachverhalte entsprechen einem höheren Anforderungsniveau. Für die Zulassung zur ersten staatlichen Pflichtfachprüfung müssen alle drei Übungen (aus verschiedenen Rechtsgebieten) bestanden werden.

Diese Übungen werden in jedem Semester angeboten. Voraussetzung für die Teilnahme an den Übungen für Fortgeschrittene ist das Bestehen der Zwischenprüfung sowie die erfolgreiche Teilnahme an zwei Übungen für Anfängerinnen und Anfänger (s. oben).

Mehr zur den Übungen erfahren Sie hier.
 

Schwerpunktbereichsstudium


Für das Schwerpunktbereichsstudium ist eine Dauer von zwei Semestern vorgesehen. Es kann entweder im 5. und 6. Fachsemester oder im Nachgang an die erste staatliche Pflichtfachprüfung absolviert werden. Zuvor entscheiden Sie sich für einen Schwerpunktbereich, den Sie belegen möchten. Im Rahmen des Schwerpunktbereichsstudiums befassen Sie sich dann intensiv mit diesem Rechtsgebiet, erhalten vertiefende Vorlesungen und können an entsprechenden Seminaren teilnehmen. 

Am Ende des Schwerpunktbereichsstudiums steht die Schwerpunktbereichsprüfung, bestehend aus der Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit, einem Vortrag und einer Verteidigung selbiger Arbeit sowie einer mündlichen Prüfung über den gesamten Inhalt des Schwerpunktbereichs. Die Note der Schwerpunktbereichsprüfung macht 30% der Gesamtnote der ersten staatlichen Pflichtfachprüfung aus. 

Mehr Informationen zum Schwerpunktbereichsstudium erhalten Sie hier.
 

Examensvorbereitung


Vor der ersten staatlichen Pflichtfachprüfung bereitet man sich in der Regel ein volles Jahr auf diese Prüfung vor. Dieser Zeitraum ist die sog. Examensvorbereitung.  Je nachdem welcher Weg gewählt wird, fällt dieser Zeitraum ins 5. bis 7. oder ins 7. und 8. Fachsemester. Zur Unterstützung der Studierenden bei der Examensvorbereitung bietet die Universität ein umfangreiches Examensvorbereitungsprogramm an. Mehr dazu erfahren Sie hier.