Allgemeines

Die internationale Ausrichtung der Fakultät

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät hat eine lange Tradition internationaler Ausrichtung. Im Jahr 1914 wurde an der Kieler Universität das erste deutsche Hochschulinstitut für Internationales Recht eingerichtet, das damals sowohl das Völkerrecht als auch das Internationale Privatrecht (mit besonderem Akzent auf Seerecht) vertrat. Dieses Institut besteht auch heute noch – unter dem Namen Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht – und ist eines der renommiertesten deutschen Institute für Völkerrecht.

WSI

Zusätzlich zu diesem Institut gründete die Fakultät im Laufe der Jahre weitere spezialisierte Institute: das Institut für Osteuropäisches Recht, das Institut für Europäisches und Internationales Privat- und Verfahrensrecht sowie das Institut für Sozialrecht und Gesundheitsrecht. Die Mehrzahl der Professorinnen und Professoren der Fakultät haben, auch wenn sie nicht einem der oben genannten Institute angehören, einen ausgewiesenen Arbeitsschwerpunkt in Teilbereichen des Internationalen Rechts (z.B. Prof. Hoyer – internationales Strafrecht, Prof. Meyer-Pritzl – französisches Recht).

Die Fakultät bietet zahlreiche Lehrveranstaltungen mit internationalrechtlicher oder rechtsvergleichender Ausrichtung an, sowohl im Grundstudium als auch insbesondere in den Schwerpunktbereichen (z.B. die Schwerpunktbereiche Völker- und Europarecht sowie Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung). Lehrveranstaltungen zu ausländischer Rechtsterminologie zählen im Rahmen der Ausbildung in Schlüsselqualifikationen zum Pflichtlehrprogramm aller Studierenden. Mehrere Lehrveranstaltungen der Fakultät im Bereich internationalen Rechts und der Rechtsvergleichung werden – mit zunehmender Tendenz – auf Englisch abgehalten. Als spezielles Lehrangebot zur Vertiefung fremdsprachlicher Fachterminologie am Beispiel verschiedener materiellrechtlicher Rechtsgebiete bietet die Fakultät ein studienbegleitendes Zertifikatsprogramm (FFA-Programm) an. Studierende mit Interesse an osteuropäischem Recht können an einem studienbegleitenden Zertifikatsprogramm „Osteuropäisches Recht“ teilnehmen, das von mehreren deutschen Hochschulen und der Universität Salzburg getragen wird. Die Fakultät unterstützt die Teilnahme Kieler Studierender an internationalen Moot Courts (z.B. dem Philip Jessup Moot Court zum Völkerrecht und dem Willem C. Vis Moot Court zur internationalen Schiedsgerichtsbarkeit).

CAU Vis Team

Die Kieler Rechtswissenschaftliche Fakultät war eine der ersten deutschen Fakultäten, die ein LL.M.-Programm für Absolventen eines Jurastudiums (sowie u.U. auch für Absolventen eines Studiums Internationaler Beziehungen) an ausländischen Fakultäten einrichteten. Die Fakultät unterhält vielfältige Kooperationen mit ausländischen Fakultäten. Fakultätspartnerschaften bestehen mit den Universitäten St. Petersburg (Russland), Marrakesch (Marokko) und Zhejiang (China). Darüber hinaus bestehen Partnerschaftsverträge mit zahlreichen ausländischen Hochschulen auf der Ebene der Gesamtuniversität, insbesondere mit anderen Hochschulen im Ostseeraum (z.B. den Universitäten von Kaliningrad, Kopenhagen, Lund, Poznan und Tartu), aber auch in Westeuropa, den USA, China und Russland (z.B. Universität Irkutsk). Weitere internationale Kontakte und Kooperationsvereinbarungen bestehen auf Institutsebene, z.B. beim Institut für Osteuropäisches Recht oder beim Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht.
Im Rahmen des Erasmus-Programms der EU und weiterer spezieller Austauschprogramme werden den Studierenden Möglichkeiten zu einem Auslandsstudium in West- und Osteuropa, den USA, China und weiteren Regionen angeboten. Ein spezielles Austauschprogramm der Fakultät ist das von Prof. Meyer-Pritzl betreute Paris-Genf-Programm.

Paris-Genf-Programm

Die Fakultät initiierte ferner ein Programm "Recht im Ostseeraum”, an dem Juristische Fakultäten aus allen Staaten des Ostseeraums beteiligt sind.

Ähnlich vielfältig sind die internationalen Aktivitäten und Kontakte der Fakultät im Bereich der Wissenschaft. Zahlreiche Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer der Fakultät halten regelmäßig – in den Semesterferien oder bei Kurzverpflichtungen während des Semesters – Vorlesungen oder wissenschaftliche Gastvorträge im Ausland oder publizieren zu internationalrechtlichen und rechtsvergleichenden Themen, auch in ausländischen Publikationsorganen. An der Fakultät halten sich regelmäßig ausländische Gastwissenschaftler auf, z.B. aus den USA oder Russland oder dem Ostseeraum. Einige Fakultätsmitglieder wirken an der Auswahl deutscher Wissenschaftsstiftungen bei Stipendienbewerbungen inländischer Studierender oder Doktoranden für einen Auslandsaufenthalt oder bei entsprechenden Bewerbungen ausländischer Bewerber für einen Aufenthalt in Deutschland mit. Zahlreiche Professoren und Professorinnen der Fakultät betreuen ausländische LL.M.-Kandidaten oder Doktoranden. Mehrere Professoren der Fakultät oder Institute sind an strukturierten Drittmittel-Forschungsprojekten beteiligt (z.B. Professor Proelß am Exzellenzcluster "The Future Ocean" und das Institut für Osteuropäisches Recht an einem von der Volkswagen Stiftung finanzierten Forschungsprojekt zum Auslandsinvestitionsrecht). Regelmäßig finden an der Fakultät Symposien oder größer angelegte wissenschaftliche Tagungen zu Themen des internationalen Rechts oder mit rechtsvergleichender Thematik statt (z.B. jüngst eine Tagung zu Rechtsfragen der sog. Ostseepipeline und eine weitere Tagung zu Problemen des Auslandsinvestitionsrechts).

Baltic Sea Pipeline Conference 2009

Einige Institute veranstalten regelmäßige Vortragsreihen zu aktuellen Rechtsfragen (z.B. die vom Walther-Schücking-Institut organisierte Reihe "Völkerrechtliche Tagesthemen"). Die Fakultät pflegt auch Kontakte zu Internationalen Organisationen.

Warum sind diese internationalen Angebote und Aktivitäten für die Studierenden nützlich?

Eine immer größer werdende Zahl von Rechtsproblemen hat heute eine internationale (oder zumindest europäische) Dimension. Viele interessante juristische Berufe setzen zumindest gute englische Sprachkenntnisse und darüber hinaus einen nachgewiesenen Ausbildungshintergrund im internationalen Recht voraus. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät sieht es als ihre Aufgabe an, ihre Studierenden darauf vorzubereiten. Unabhängig davon tragen ein Auslandsaufenthalt oder ein wie immer gearteter Auslandskontakt im Studium (z.B. durch Übernahme eines Tutoriats für ausländische Studierende) erheblich zur Weitung des eigenen Gesichtsfeldes bei und erhöhen damit mittelbar auch die späteren Berufschancen.

Warum sind die internationalen Aktivitäten der Rechtswissenschaftlichen Fakultät für die Universität als ganzes von Bedeutung?

Das Ansehen einer Universität – und damit ihre Stellung im internationalen Wettbewerb um Finanzmittel für die Gestaltung der Studien- und Forschungsbedingungen – hängt heute in erheblichem Maße von der Qualität ihres international ausgerichteten Lehrangebots und der Teilnahme der Hochschullehrer an internationalen Fachdiskussionen ab. Mit ihrem guten internationalen Angebot trägt die Rechtswissenschaftliche Fakultät zu dem generellen Bemühen der Christian-Albrechts-Universität bei, ihre Stellung im Vergleich mit anderen Universitäten zu festigen.

Einrichtungen und einzelne Professoren der Fakultät, die in besonderem Maße international ausgerichtet sind:

 

Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht: Prof. Giegerich (Völker- und Europarecht), Prof. Odendahl (Völker- und Europarecht, ab Sommersemester 2011), Prof. Proelß (Internationales Seerecht)

Institut für Osteuropäisches Recht: Prof. Trunk (Osteuropäisches Recht sowie Internationales Privat- und Verfahrensrecht, darüber hinaus andere Bereiche der Rechtsvergleichung)

Institut für Wirtschafts- und Steuerrecht einschließlich Wirtschaftstrafrecht: Prof. Hoyer (Internationales Strafrecht)

Institut für Europäisches und Internationales Privat- und Verfahrensrecht: Prof. Einsele (internationales und vergleichendes Bankrecht), Prof. Schack (Internationales Zivilverfahrensrecht, internationales und vergleichendes Urheberrecht)

Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in Europa: Prof. Igl (Internationales Sozialrecht)

 

Professoren im Verbund des Juristischen Seminars (Aufzählung nicht abschließend):

   Prof. Alexy (Rechtsphilosophie)

   Prof. Becker (Europäisches Wirtschaftsrecht, englisches Recht)

   Prof. Meyer-Pritzl (europäische Rechtsgeschichte mit Schwerpunkt auf römischem Recht; französisches Recht)

   Prof. Schäfer (europäische Rechtsgeschichte, Privatversicherungsrecht)

Ansprechpartner:

 

Für Fragen, die sich auf internationale Lehr- und Austauschprogramme der Rechtswissenschaftlichen Fakultät beziehen (z.B. das LL.M.-Programm und den Austausch im Rahmen des Erasmus-Programms), ist an erster Stelle das Walther-Schücking-Institut zuständig, das diese Aufgabe namens der Fakultät wahrnimmt. Ansprechpartner ist Frau Carmen Thies, Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht, email: cthies@internat-recht.uni-kiel.de, Tel. +49-431-880-1733. Siehe hierzu auch die Webseite des Walther-Schücking-Instituts: http://www.internat-recht.uni-kiel.de/.

Für Fragen, die den Austausch mit Universitäten in Osteuropa und im Ostseeraum betreffen, ist Ansprechpartner das Institut für Osteuropäisches Recht, email: office-eastlaw@law.uni-kiel.de, Tel. +49-431-880-2886. S. hierzu auch die Webseite des Instituts: http://www.uni-kiel.de/eastlaw.

Für Fragen, die sich auf das Paris-Genf-Programm der Fakultät und andere Aspekte des Kontakts mit dem französischsprachigen Raum beziehen, ist Ansprechpartner Herr Prof. Dr. Rudolf Meyer-Pritzl, email: rmeyerpritzl@law.uni-kiel.de, Tel. +49-431-880-3580.

Fragen, die sich auf spezielle thematische Bereiche der internationalen Aktivitäten einzelner Professoren oder Professorinnen bzw. einzelner Institute beziehen, sollten an die jeweiligen Personen oder Einrichtungen gerichtet werden.